Am 18.12.2006 fand im Chemnitzer CVJM Computerclub e.V. die Auftaktveranstaltung zum Modellprojekt Jungenarbeit statt.
Erstmalig trafen sich alle Beteiligten, um das Modellprojekt zu eröffnen.
Mit welcher Grundhaltung wollen wir mit den Jungen arbeiten?
In der konkreten Arbeit möchten wir sehr bewusst an den Stärken der Jungen ansetzten,
mit einem ressourcenorientierten Blick akzeptieren, was sie gut können und ihnen dann eine weitere
Vielfalt anbieten um ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern ...
Wir wollen dabei Jungen Freiräume anbieten, die sie nutzen können
als Vergewisserungsraum, der Unsicherheiten und Fragen ohne Wertung zulässt
als Übungsraum, um neue Verhaltensweisen ohne Repressalien auszuprobieren
als Erlebnisraum, um lustvolle Begegnungen mit sich und anderen Jungen zu eröffnen
als Schonraum, um sich nicht in einem ständigen Konkurrenzverhalten gegenüber den Mädchen zu fühlen
Die Formulierung der "Freiräume" verdanken wir Christoph Grote und Axel Hengst von "mannigfaltig" Institut und Verein für Jungen- und Männerarbeit.
v.l.: P. Wild, B. Heidenreich, S. Rösch
Bernd Heidenreich
vom Sächsischen Landesjugendamt eröffnete die Veranstaltung und erläuterte die Entstehung des Modellprojektes. Als Intention nannte er u.a. die Sensibilisierung für Jungenarbeit in Sachsen. Den Mitarbeitern der Modellstandorte dankte er für den Mut, sich zu bewerben.
Lars Rohwer
als Vorsitzender des Landesjugendhilfe- ausschusses übernahm das Grußwort.
Dabei beschrieb er die einzelnen Schritte von der Idee zur Umsetzung des Modellprojektes.
Zur Auswahl der Modellstandorte und zur Spezifik der Konzeption übernahm Sascha Rösch, Projekt- verantwortlicher vom Landesjugendamt, das Wort.
Peter Wild , Leiter des Modellprojektes, for mulierte Anforderungen an einen Jungenarbeiter im Rahmen des Modellprojektes und erläuterte die ...
Ziele für Jungenarbeit:
Jungen entwickeln ein Selbstbewusstsein, ein Selbstbild und ein Selbstwertgefühl, welches nicht auf die Abwertung Anderer angewiesen ist
Jungen erweitern ihre Kommunikationsfähigkeit, insbesondere ihre Wahrnehmungs- und Kooperationsfähigkeit
Jungen entwickeln ihre Fähigkeit zur eigenständigen, materiellen und sozial-emotionalen Sorgeselbständigkeit
Jungen entwickeln eine eigene Geschlechtsidentität und ihre eigene sexuelle Orientierung sowie Toleranz gegenüber den Orientierungen Anderer
Jungen übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Handeln in jeder Hinsicht (insbesondere in Bezug auf ihre natürliche und soziale Umgebung)
Jungen nehmen eigene und fremde Grenzen wahr und achten sie
Jungen finden gewaltfreie Problemlösungen
Jungen entwickeln selbstkritisches Reflexionsvermögen und erweitern ihre Handlungskompetenz
Jungen lernen, sich mit Mädchen(-welten) auseinander zu setzen und entwickeln Verständigungsmöglichkeiten
Jungen setzen sich reflektiert mit den patriarchalischen Strukturen der sie umgebenen Welt auseinander
Jungen entwickeln Einfühlsamkeit und sensibilisieren ihre Sinne
Dr. Gerd Stecklina entwickelte in seinem Vortrag aus den Problemen, die Jungen haben und machen sowie aus Anforderungen der männlichen Sozialisation Ziele und Methoden von Jungenarbeit.
Im zweiten Teil stellte er seine Ansätze zur wissenschaftlichen Begleitung vor.
Nach der Pause präsentierten die Vertreter der Modellstandorte kurz Ihre Einrichtungen:
Andreas Reupert
stellte den CVJM Computerclub Chemnitz e.V. vor, dabei zeigte er die Vielfältigkeit der Einrichtung. Als Schwerpunkt der Jungenarbeit beim CVJM Chemnitz stellte er geschlechtsbewusste medienpädagogische Angebote mit Jungen vor.
Reinhard Fries gab Einblicke in die geplante Jungenarbeit der Stadtmission Dresden. Die Stadtmission konzipierte Jungenarbeit in einer stationären Wohngruppe und möchte Jungenarbeit als festen Bestandteil in die soziale Arbeit der Stadtmission integrieren.
Christian Bienert,
von der Volkssolidarität Schwarzenberg, zeigte den Beteiligten, dass die Arbeit der Volkssolidarität nicht nur Seniorenarbeit, sondern auch Offene Jugendarbeit beinhaltet. Hier wird sport- und erlebnispädagogische Jungenarbeit angeboten.
Uta Knospe
vom Bürgerverein Messemagistrale Leipzig berichtete u.a. über die Herausforderung bei der Arbeit mit Spätaussiedlern und Migranten. Mit dieser Zielgruppe wird an diesem Modellstandort Jungenarbeit entwickelt.
Lars Rohwer, Vorsitzender des LJHA Bernd Heidenreich, Sächsisches Landesamt für Familie und Soziales Sascha Rösch, Sächsisches Landesamt für Familie und Soziales Andre Clauß, Sächsisches Landesamt für Familie und Soziales Peter Wild, AGJF Sachsen e.V. Leiter des Modellprojektes Grit Becker, AGJF Sachsen e.V., Geschäftsführerin Dr. Gerd Stecklina, TU Dresden, Wissenschaftliche Begleitung
sowie die Vertreter der vier Modellstandorte in Sachsen: Andreas Reupert, CVJM Computerclub e.V. Frau Stapf, Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V. Reinhard Fries, Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V. Uta Knospe, Bürgerverein Messemagistrale Leipzig e.V. Thomas Meisel, Bürgerverein Messemagistrale Leipzig e.V. Christian Bienert, Volkssolidarität KV Aue-Schwarzenberg Béla Ullmann, Volkssolidarität KV Aue-Schwarzenberg