Modellprojekt - Jungenarbeit Sachsen

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Jungencamp Deutschbaselitz

An einem schönen Samstag im Juni bahnen wir uns, durch unwegsames Gelände, vorbei an strengen Schrankenwärtern und grimmigen Dauercampern, den Weg zum Abenteuercamp am Großteich Deutschbaselitz in der Nähe von Kamenz. Wir, das sind Sebastian, Christian und Thomas die Jungenarbeiter aus dem Kinderschutzbund Zittau samt 5 Jungen, Patrick und Lars von der Diakonie Dresden mit 8 Jungen und Tobias vom CVJM Computerclub Chemnitz reist mit einem Jungen an. Das malerisch, direkt am See gelegene Abenteuercamp erinnert mit seinen hölzernen Palisaden an eine alte germanische Festung. Statt rotbärtiger Wikinger erwarten uns stattdessen Peter Wild, unser Modellprojektleiter, Patrik „Padex“ Amend von der wissenschaftlichen Begleitung und das Team vom Abenteuercamp. Nachdem wir uns alle auf den Schlafböden der beiden Camphäuser eingerichtet haben treffen wir uns an der Feuerstelle und haben dabei die Gelegenheit, uns das erste Mal gegenseitig zu „beschnuppern“. Nachdem Peter uns im Camp begrüßt hat, brechen wir zum Holzsammeln in den Wald auf…so ein Feuer will schließlich unterhalten werden. Was die 14 Jungs gemeinsam mit den Jungenarbeitern schließlich aus dem angrenzenden Nadelwald heranschleppen, übertrifft wirklich alle Erwartungen. Das Feuer ist also gesichert. Nach dem leckeren Mittagessen teilen sich die Jungs auf die verschiedenen Stationen des Camps auf. Mittlerweile sind auch einige Kollegen vom Kinder- und Jugendnetzwerk Bischofswerda zu uns gestoßen die uns hier unterstützen. Einige Jungen besteigen einige Schlauchboote und machen sich in Wikingertradition auf, den Großteich und die angrenzenden Siedlungen unsicher zu machen. Einige klettern, an Seilen befestigt durch den Hochseilparcours oder erkunden den campeigenen Kletterfelsen, andere Jungs stürzen sich wagemutig in die Fluten und trotzen dem kalten Teichwasser. Ein Fußballspiel am frühen Abend bündelt schließlich wieder die Kräfte und sorgt für ausgelassene Stimmung und natürlich auch jede Menge Spannung. Nebenbei basteln immer wieder einige Jungen an einer Holzfigur. Diese ist Anfangs nur ein grobes Gerüst, nimmt jedoch mit der Zeit mehr und mehr die Züge eines Mannes an. Besonders die ganz jungen Jungs erweisen sich hier als besonders kreativ. Nach dem Abendessen geht es ans Lagerfeuer und mit Gitarre und Gesang kommt langsam eine romantische Stimmung auf…viele Jungs werden nun erst richtig aktiv und toben noch lange durch die Nacht. Als gegen Mitternacht noch einmal der Hunger zu Besuch kommt, weiß Peter noch mit einer besonderen Überraschung aufzutrumpfen. In vier Gruppen machen sich die Jungen über Gemüse, Fleisch und Kräuter her und kochen direkt im Feuer ihre ganz eigenen Versionen von Eintopf. Padex kann sogar in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ Gewürze bei einem Dauercampernachbarn „kapern“ und rettet damit den Abend und die Geschmacksnerven. Nachdem der Hunger gestillt ist, lädt Padex zum gruseligen Stelldichein direkt an den See. Auf dem von Kerzen beleuchteten Steg erfahren wir dann von den „Zombies im See“ und begeben uns dann in unsere Schlafunterkünfte. Nach dem Frühstück am nächsten morgen erwarten uns zwei Kollegen aus dem Netzwerk Bischofswerda und stellen uns knifflige Aufgaben, die wir nur gemeinsam im Team lösen können. Wir paddeln auf winzigen Eisschollen durchs Nordmeer, bauen ein Viadukt aus Klarsichtfolie, lösen knifflige Zahlenrätsel balancieren Kugeln durch kilometerlange Röhren und löschen schließlich eine Kerze auf einer unerreichbaren Insel. Danach haben wir uns ein deftiges Mittagessen wirklich verdient. Beim Verbrennen unseres „Holzmannes“ scheiterten wir leider an deren fehlender Stabilität. Am Abend zuvor hatte er leider einen kleinen Unfall und konnte nur in einer Notoperation gerettet werden und so löst er sich leider schon beim Transport zum Feuer in seine Bestandteile auf. Er brennt trotzdem einwandfrei! Nach einer weiteren Bootstour, diversen Badeeinlagen und einem letzten Fußballmatch, ist es nun schon Zeit wieder aufzubrechen. Wir verabschieden uns voneinander, sagen dem Abenteuercamp Ade und als wir auf der Heimfahrt sind, werden wir von einem Regenschauer überrascht, der sich gewaschen hat. Glück muss man(n) haben...


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