Veranstaltung Alkohol & männliche Identitätsausbildung
Zwischen Leber und Milz, passt immer ein Pils!, Alkohol macht Birne hohl, Birne hohl mehr Platz für Alkohol, Sieben Bier sind auch ein Schnitzel und Bedenke wohl mein Kind, dein größter Feind heißt Alkohol, doch in der Bibel steht geschrieben, deine Feinde sollst du lieben. Dies sind nur einige der Sprüche, die Jugendliche zur Werbung sowie zur Verteidigung des übermäßigen Konsums der begehrten Flüssigkeit kennen.
Suchtprobleme stellen in unserer Gesellschaft nach wie vor eine enorme Herausforderung dar. Sie verursachen für die Betroffenen und deren Angehörige viel Leid und für die Gesellschaft hohe und überwiegend vermeidbare Kosten. Eine besondere Problemgruppe bei der Betrachtung von Suchtproblemen sind Jugendliche und junge Heranwachsende. Gerade deswegen ist die Alkoholprävention im Jahr 2008 ein Schwerpunkt des Modellprojektes Jungenarbeit im Modellstandort Aue - Schwarzenberg gewesen.
Die gezielte Auseinandersetzung mit eben dieser Thematik beruhte auf Erfahrungen, Schilderungen und Wahrnehmungen der Jungen des Modellstandortes sowie aus zahlreichen Veröffentlichungen durch die (Fach) Presse.
In zahlreichen Gesprächen, Gruppenaktivitäten sowie in Diskussionen verdeutlichten die Jungen des Projektes, dass diese individuell differenzierte Erfahrungen mit der gesellschaftlich akzeptierten Droge Alkohol gemacht haben, dass der Genuss von Alkohol eine kennzeichnende männliche Funktion einnimmt und dass Alkohol bei der Identitätsausbildung der Jungen (durch männliche Vorbilder) unablässig präsent erscheint.
Auf eine Bewusstseinserweitung hinsichtlich des vernünftigen Umgangs zielten die Aktivitäten und Methoden des Jungenprojektes. Gemeinsam mit den Jungen wurden in zahlreichen Gruppen- und Themenabenden.
- mediale Anforderungen an Männlichkeit
- Männlichkeit und Alkohol
- Männlichkeit und Vatertag
- eigene persönliche Erfahrungen mit Alkohol
- Herstellung, Werbung und Genuss
- Männliche Beweggründe
- Schädigungen und langfristige Folgen sowie
- der Entgiftungs-, Entwöhnungs- und Nachsorgetherapie ausführlich betrachtet
Die genauere Betrachtung der Thematik mündete in einem Projekttag, in dem die Jugendlichen des Projektes als Multiplikatoren Schülern beteiligter Schulen den gesunden Umgang mit der gesellschaftlich akzeptierten Droge Alkohol verdeutlichten In Form einer Crossover – Veranstaltung sowie eines Crossover – Dialogs zielte dieser Projekttag auf verschiedene obig dargestellten Schwerpunkte, die in verschiedenen Stationen reflexiv koedukativ behandelt wurden. Dieser Projekttag basierte auf der Wanderausstellung Trinklimit – oder es wird peinlich der sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung. An die beiden Projekttage schloss sich eine Buchlesung/ ein Erfahrungsbericht einer jungen Frau an, die durch den übermäßigen Genuss von Alkohol eine Drogenkarriere durchlaufen hat. Diese Lesung richtete sich an die Interessierten Eltern, Lehrer und Schüler, die in diesem thematischen Bezug angesprochen wurden.
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