Modellprojekt - Jungenarbeit Sachsen

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Kalenderblatt April 2008

An die Luft gesetzt

„Was soll der Scheiß hier? Ich will nach Hause.“ „Kann ich auch länger bleiben? Hier gefällt es mir.“ Je nach Zugang waren das die Wahrnehmungen der Jungen, als sie eine Stunde allein im Wald sein sollten um zwei Fragen für sich zu beantworten: Was will ich zurücklassen? Was will ich als nächstes erreichen?“
Das Leben in der Stadt ist rasant und eindrucksvoll. Neue Wege, neue Lebensabschnitte und neue Sichtweisen entstehen oftmals nebenbei und unbewusst.
Der Einzug in den ersten eigenen Wohnraum stellt im Leben eines jungen Menschen einen gewaltigen Entwicklungssprung dar. Für vier Jungen und zwei Pädagogen war dies das Thema des diesjährigen Wintercamps. Der dreitägige Rückzug in die Sächsische Schweiz war der Versuch, diesen Schritt bewusst zu setzen.
Für die Jungen ist der Auszug besetzt mit einem Gewinn an Eigenständigkeit, Freiheit und privaten Rückzugsraum. Aber auch Unsicherheiten, Ängste und viele Fragezeichen sind mit diesem behaftet.
Die drei Tage unter „Männern“ in einer Bergsteigerhütte auf der Ostrauer Scheibe sollte eine Brücke bauen zwischen dem Gefühl der neuen Freiheit und den Unsicherheiten die ein neuer Lebensabschnitt beinhaltet.
Sehr hilfreich war ein ritualisierter Ablauf der Tage, wobei drauf geachtet wurde, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen notwendigem Tagesablauf, Arbeit und Entspannung vorhanden ist. Je nach eigener Empfindung und Verfassung definierte jeder die Tätigkeiten individuell. Bei allen entstand ein Gefühl des gegenseitigen Respekts und der Achtung der Privatsphäre. Themen der eigenen Ernährung, Freundschaften oder Umgang mit Suchtmitteln wurden angesprochen. Die Jungen hörten voneinander wann „Mann“ mutig und „Mann“ mutlos war. Gerade im Umgang mit Mädchen und Frauen war dies ein zentrales Thema.
Konnten wir auch nicht abschließend alle Fragen und Unsicherheiten aus dem Weg räumen, die Jungen haben für sich eine Idee bekommen, welchen Gewinn der eigene Wohnraum für sie bedeuten kann und an welchen Stellen Stolpersteine liegen.
















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